Grundfähigkeitsversicherung – Was ist das und für wen ist sie sinnvoll?
Was ist die Grundfähigkeitsversicherung und welche Risiken werden durch sie versichert?
Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung, welche die Ausübung bestimmter Grundfähigkeiten versichert. Verliert der Versicherungsnehmer eine dieser vertraglich festgelegten Fähigkeiten dauerhaft oder wird eine versicherte Fähigkeit in erheblichem Maße beeinträchtigt, wird ihm durch die Grundfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente ausgezahlt.
Versichert sind dabei typischerweise Grundfähigkeiten, wie das Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Stehen, Heben und Bücken, das Treppensteigen oder das Bedienen eines Smartphones.[1] Damit wird sich regelmäßig auf die Sinne sowie die zur Mobilität und Motorik erforderlichen Fähigkeiten fokussiert.[2] Psychische Erkrankungen werden in der Regel nicht von der Versicherung umfasst.
Es kann allerdings je nach Versicherung oder abgeschlossenem Tarif variieren, welche konkreten Fähigkeiten unter den Versicherungsschutz fallen. Zum Teil werden auch weitere Fähigkeiten wie Schreiben, eigenverantwortliches Handeln, Autofahren oder das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, Gleichgewichtssinn oder Ähnliches mitversichert.[3] Es gibt jedoch keine Musterversicherungsbedingungen, die eine unverbindliche Basis an Rechten, Pflichten und Leistungen für die Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Grundfähigkeitsversicherung festlegen.[4]
In jedem Fall sind nur die Grundfähigkeiten versichert, die auch explizit in den Versicherungsvertrag aufgenommen wurden.
Unter welchen Voraussetzungen zahlt die Grundfähigkeitsversicherung?
Aber wie erheblich muss die Beeinträchtigung sein, damit der Versicherungsschutz der Grundfähigkeitsversicherung greift?
Die Voraussetzungen bzw. die Grenze für die Schwere der Beeinträchtigung hängt grundsätzlich von den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der jeweiligen Versicherung ab. Eine einheitliche Definition oder Voraussetzung gibt es dafür nicht.
Ein Verlust liegt allerdings meistens vor, wenn eine konkret beschriebene alltägliche Fähigkeit in keiner Weise mehr ausgeführt werden kann. Dies wäre im Falle des Sehens beispielsweise eine dauerhafte Blindheit oder für die Fähigkeit des Kniens, wenn der Versicherungsnehmer nicht mehr dazu fähig ist sich aus eigener Kraft mit beiden Knien gleichzeitig auf den Boden hinzuknien.[5]
Eine erhebliche Beeinträchtigung ist regelmäßig dann anzunehmen, wenn die Fähigkeit zwar nicht komplett verloren wurde, aber nur noch in einem von der Versicherung näher definierten, stark eingeschränkten Umfang vorhanden ist. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn sich der Versicherungsnehmer zwar noch kniend bzw. bückend bewegen kann, sich jedoch nicht aus eigener Kraft wieder aufrichten kann. Dabei sei gerade nicht zu berücksichtigen, ob sich der Betreffende unter der Hinzuziehung von Hilfsmitteln selbstständig wieder aufrichten könne. Die AVB sollen somit grundsätzlich verbraucherfreundlich ausgelegt werden. Wenn Zweifel daran bestehen, wie eine AVB-Klausel zu verstehen ist, wirkt sich dies außerdem gemäß § 305c Abs. 2 BGB zulasten des Verwenders aus.[6]
Den Versicherungsnehmer trifft allerdings gemäß § 82 Abs. 1 VVG auch eine grundsätzliche gesetzliche Schadensminderungspflicht: Im Zuge der Behandlung ist er somit in der Regel dazu verpflichtet zumutbare ärztliche Anweisungen zur Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes anzunehmen, um die Grundfähigkeit möglichst weitgehend aufrechtzuerhalten. Als zumutbar gelten solche Maßnahmen, die als medizinischer Standard der Therapie angesehen werden. Dazu wird beispielsweise auch das Tragen einer Brille oder Hörhilfe gezählt. Operative Eingriffe, die bei der Heilung helfen könnten würden hingegen eher nicht dazu zählen.[7] Der Versicherungsnehmer kann sich außerdem entlasten, wenn er darlegt, dass die Unfähigkeit auch bei Durchführung der Maßnahmen aufgetreten wäre.
Der Verlust oder die Beeinträchtigung der Fähigkeit müssen außerdem dauerhaft bestehen, wobei, je nach Versicherung, in der Regel eine Dauer von 6 bis 12 Monaten vorgesehen ist.
Was zahlt die Grundfähigkeitsversicherung im Leistungsfall?
Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt üblicherweise keinen Einmalbetrag, sondern eine monatliche Rente. Es gibt jedoch auch Versicherungen bei denen man zwischen beiden Optionen wählen oder eine Kombination aus beiden vereinbaren kann.
Die Höhe des Betrages oder der monatlichen Rente ist ebenfalls von der individuellen vertraglichen Vereinbarung abhängig. Die Renten liegen allerdings meistens knapp zwischen 1000 und 2000 Euro. Empfohlen wird dabei an das Nettoeinkommen des Versicherungsnehmers anzuknüpfen, sodass die Rente etwa 60 – 80 Prozent davon beträgt.
Bei einer monatlichen Rente sollte man außerdem darauf achten, dass diese eine ausreichende Laufzeit aufweist. Dabei wird empfohlen, dass die Versicherung mindestens bis zum gesetzlichen Rentenalter läuft, damit man über das gesamte Erwerbsleben hinweg abgesichert ist.[8]
Wie unterscheidet sich die Grundfähigkeitsversicherung zu einer
1. Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Versicherung, welche der Absicherung der Arbeitskraft in seinem eigenen Beruf dient. Kann der Versicherungsnehmer seinen Beruf krankheitsbedingt oder aufgrund eines Unfalls nicht mehr ausüben, zahlt die Versicherung eine vereinbarte monatliche Rente. Als berufsunfähig gilt dabei, wer seinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausführen kann. Auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird empfohlen ungefähr 80 Prozent seines Nettoeinkommens abzusichern, damit man im Versicherungsfall in der Lage ist seinen Lebensstandard zu halten.[9]
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Gemeinsamkeiten:
Im Grunde werden somit bei beiden Versicherungen bestimmte Fähigkeiten abgesichert. Ist es dem Versicherungsnehmer nicht mehr möglich diese Fähigkeiten auszuüben, zahlt die jeweilige Versicherung ihm eine vereinbarte monatliche Rente. Beide Versicherungen zahlen regelmäßig bei einer voraussichtlichen Dauer von knapp 6 Monaten. Die monatliche Rente soll in beiden Fällen dazu dienen, dass der Versicherte weiterhin dazu in der Lage ist seinen Lebensstandard zu halten.
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Unterschiede:
Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert konkret das Einkommen ab. Die Grundfähigkeitsversicherung soll hingegen vielmehr dazu dienen den Verlust von Lebensqualität und etwaige Zusatzkosten, die durch Erkrankungen entstehen können, auszugleichen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert zudem explizit die Fähigkeit seinen eigenen aktuellen Beruf auszuführen ab, während die Grundfähigkeitsversicherung einzelne, vom Beruf unabhängige körperliche und geistige Fähigkeiten absichert. Dabei kann man die Grundfähigkeitsversicherung grundsätzlich natürlich derart ausgestalten, dass man gerade die Fähigkeiten mitversichert, die auch im Beruf benötigt werden, aber sie läuft trotzdem unabhängig vom Beruf des Versicherungsnehmers und stellt keine Arbeitskraftabsicherung dar.[10] Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet in der Regel außerdem einen umfassenderen Schutz, beispielsweise werden auch psychische Erkrankungen vom Versicherungsschutz umfasst. Dafür ist die Grundfähigkeitsversicherung häufig günstiger.[11]
2. Unfallversicherung?
Die Unfallversicherung dient der Absicherung vor finanziellen Folgen bei bleibenden Gesundheitsschäden durch Unfälle. Unfälle sind gemäß § 178 Abs. 2 S. 1 VVG plötzliche, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die eine unfreiwillige Gesundheitsschädigung verursachen. Dabei gibt es sowohl eine gesetzliche-(GUV), als auch eine private Unfallversicherung (PUV).
Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung für insbesondere Arbeitnehmer, Auszubildende und Schüler. Im Rahmen der Versicherung werden Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten abgesichert. Die Versicherung kommt dabei für Heilmaßnahmen, medizinische Rehabilitation, Geldleistungen wie Lohnersatz- oder Rentenleistung und gegebenenfalls Hinterbliebenenleistungen auf. Träger der GUV sind Berufsgenossenschaften.[12]
Private Unfallversicherungen sind freiwillige Versicherungen, die alle sonstigen Unfälle, bei denen der gesetzliche Schutz nicht greift, in der Freizeit umfassen. Die PUV zahlt dann in der Regel einen einmaligen Geldbetrag, eine Invaliditätsleistung, wenn infolge eines Unfalls dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigungen vorliegen.[13]
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Gemeinsamkeiten:
Sowohl bei der Grundfähigkeits- als auch der Unfallversicherung, handelt es sich also um Personenversicherung. Beide Versicherungen dienen dazu gesundheitliche Beeinträchtigungen abzusichern und leisten bei dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Außerdem sind sie beide berufsunabhängig: Die Versicherung leistet im vertraglichen Leistungsfall, unabhängig davon, ob der Versicherte seinen Beruf noch ausüben kann oder nicht.
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Unterschiede:
Die beiden Versicherungen haben einen jeweils unterschiedlichen Auslöser: Wie der Name schon zeigt, greift die Unfallversicherung eben bei Unfällen, während die Grundfähigkeitsversicherung sowohl bei Unfällen, als auch bei Krankheit greifen kann, da es dabei eben nur auf die Beeinträchtigung oder den Verlust der versicherten Fähigkeiten ankommt. Bei der Unfallversicherung kommt es hingegen auf die dauerhafte Invalidität nach dem Unfall an. Insofern ist die Grundfähigkeitsversicherung bezüglich des Risikos etwas breiter aufgestellt, da sie nicht auf Unfallfolgen beschränkt ist, sondern auch jegliche Krankheit erfasst ist, vorausgesetzt der Verlust oder die Beeinträchtigung der Fähigkeit folgt daraus. Zudem wird bei der Unfallversicherung typischerweise eine einmalige Invaliditätsleistung gezahlt, während bei der Grundfähigkeitsversicherung eher eine monatliche Rente gezahlt wird. Die Unfallversicherung dient darüber hinaus dem Ausgleich von Mehrkosten, die durch Unfälle und ihre Folgen entstehen.
3. Dread-Disease-Versicherung?
Die Dread-Disease-Versicherung, oder auch Schwere-Krankheiten-Versicherung, leistet beim Eintritt von schweren Krankheiten. Dabei sind häufig gravierende Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer, Querschnittslähmung oder auch das Koma versichert. Je nach Versicherung oder Tarif können aber auch weitere Krankheiten unter den Versicherungsschutz fallen. Es können unter anderem auch chirurgische Eingriffe wie beispielsweise Bypass-Operationen oder Organtransplantationen mitversichert werden. Aber auch dabei gilt: Die Versicherung leistet nur bei Krankheiten oder Ereignissen, die ausdrücklich im Versicherungsvertrag enthalten sind. Nicht versichert sind meistens psychische Erkrankungen sowie Schäden am Bewegungsapparat wie Abnutzungen an den Gelenken und Knochen.[14]
In der Regel zahlt die Dread-Disease-Versicherung bei der Diagnose einer solchen versicherten schweren Krankheit eine vereinbarte Einmalzahlung. Über das Geld kann der Versicherungsnehmer dann frei verfügen und beispielsweise für die Behandlung, Reha, Einkommensausfall, Pflege oder Ähnliches einsetzen.[15]
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Gemeinsamkeiten:
Ebenso wie die Grundfähigkeitsversicherung werden bei der Dread-Disease-Versicherung somit gesundheitliche Beeinträchtigungen, in Form von konkret definierten Leistungstatbeständen abgesichert. Beide Versicherungen greifen zudem berufsunabhängig und knüpfen ausschließlich an den gesundheitlichen Zustand an. Dabei ist außerdem irrelevant, ob der Zustand krankheitsbedingt oder infolge von Unfällen aufgetreten ist, maßgeblich ist nur, dass er vertraglich von der Versicherung erfasst ist.
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Unterschiede:
Die Grundfähigkeitsversicherung knüpft allerdings an die Beeinträchtigung oder den Verlust von Fähigkeiten selbst an, ohne dass dieser Verlust oder die Beeinträchtigung im Zusammenhang mit einer bestimmten Krankheit oder einem gewissen Ereignis aufgetreten sein müssen. Bei der Dread-Disease-Versicherung kommt es hingegen maßgeblich auf die Diagnose einer schweren Krankheit an, ohne dass sich diese in einer bestimmten Weise körperlich auswirken muss oder bestimmte Fähigkeiten beeinflusst. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt außerdem keine monatliche Rente, sondern einen Einmalbetrag. Sie zahlt zeitlich zudem direkt nach der Diagnose eines Leistungsfalls, während es bei der Grundfähigkeitsversicherung länger dauern kann, bis eben ein vollständiger Verlust einer Fähigkeit oder eine erhebliche Einschränkung vorliegen.[16]
4. Multi-Risk-Versicherung?
Die Multi-Risk-Versicherung ist eine eigene Versicherung, in deren Vertrag typischerweise eine Vielzahl von Leistungsarten aus unterschiedlichen Personenversicherungen gebündelt werden. In der Regel enthält sie Bausteine aus der Grundfähigkeits-, Unfall-, Dread-Disease- und aus der Pflegeversicherung. Sie soll eben eine Absicherung vor vielen Risiken darstellen.
Statt also viele einzelne Versicherungen abzuschließen, hat man durch die Multi-Risk-Versicherung die Möglichkeit alle Risiken innerhalb von einem Versicherungsvertrag abzudecken. Der Umfang an abgedeckten Risiken kann jedoch, aufgrund des breiten Spektrums, das die Versicherung abdecken kann, je nach Anbieter oder Tarif stark variieren. Insgesamt soll sie als Einkommens- und Existenzschutz dienen, wenn es zu definierten Umständen, wie Krankheiten, Unfällen, Pflegebedürftigkeit oder zum Verlust bestimmter Fähigkeiten kommt. Aber auch dabei gilt: Der Versicherungsschutz greift für Ereignisse, die ausdrücklich in die Versicherung aufgenommen wurden. Die Versicherungsleistung kann in Form einer monatlichen Rente oder einer Einmalzahlung erfolgen.[17]
- Gemeinsamkeiten:
Sowohl Grundfähigkeits- als auch Multi-Risk-Versicherung sichern somit medizinische Ereignisse und gesundheitliche Zustände ab. Beide Versicherungen gelten unabhängig von der eigenen Berufsfähigkeit, sollen aber dennoch als gewisse Existenzsicherung dienen. Sie enthalten außerdem beide ganz bestimmte Leistungstatbestände, die auflisten, welche genauen Umstände abgedeckt sind. Die Multi-Risk-Versicherung kann darüber hinaus den gesamten Schutz der Grundfähigkeitsversicherung als eigenen Baustein enthalten.
- Unterschiede:
Die Multi-Risk-Versicherung stellt mehr oder weniger ein ganzes Paket aus verschiedenen Personenversicherungen mit vielen Bausteinen dar, während die Grundfähigkeitsversicherung alleine den Verlust oder die Beeinträchtigung von Fähigkeiten versichert. Häufig erfasst die Grundfähigkeitsversicherung somit einen umfassenderen Schutz bezüglich der Fähigkeiten, da sie auf diese spezialisiert ist und detaillierter abdeckt, als die Multi-Risk-Versicherung, die eher dazu dienen soll einen breiter gefächerten Schutz zu bieten, der in alle Bereiche hinein reicht.
In welchen Fällen ist eine Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Nachdem man all diese Versicherungen kennengelernt hat, stellt sich natürlich die Frage: Für wen lohnt es sich eine Grundfähigkeitsversicherung abzuschließen? Für wen ist es hingegen nicht erforderlich?
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Handwerkliche und körperliche Berufe, riskante Hobbies
Da die Grundfähigkeitsversicherung primär spezifische körperliche Fähigkeiten absichert, kann sie sich gerade für Menschen, die in einem handwerklichen oder von überwiegend körperlicher Arbeit geprägten Beruf arbeiten, sinnvoll sein. Gerade in diesen Berufsfeldern sollte man körperlich fit sein, weshalb es sich lohnen kann diese Fähigkeiten besonders abzusichern. Außerdem kann auch gerade bei diesen Berufen ein höheres Risiko sich zu verletzen und infolge davon genau diese Fähigkeiten zu verlieren oder zu beeinträchtigen. Auch wenn man einem riskanten Hobby nachgeht, kann der Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll sein.[18]
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Alternativ zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Grundfähigkeitsversicherung kann in manchen Fällen außerdem eine ausreichende Alternative gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen. Dies kann beispielsweise hilfreich sein, wenn man sich die teurere Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten kann oder wenn man das Geld aus sonstigen Gründen sparen möchte.[19] Man kann die Grundfähigkeitsversicherung dann derart ausgestalten, dass gerade die im Beruf benötigten Fähigkeiten abgesichert werden. In diesem Fall kann zudem darauf geachtet werden, zusätzliche Bausteine wie psychische Erkrankungen oder Arbeitsunfähigkeit in den Vertrag mit aufzunehmen.
Dabei sollte man allerdings beachten, dass die Grundfähigkeitsversicherung dennoch unabhängig vom Beruf läuft! Somit kann es im Einzelfall auch dazu kommen, dass die Grundfähigkeitsversicherung nicht leistet, da die versicherte Fähigkeit nicht in einem ausreichenden Maße geschädigt oder verloren wurde, obwohl man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.[20] Lücken im Versicherungsschutz können sich vor allem auch bei umfangreichen psychischen Erkrankungen ergeben. In den meisten Fällen ist die Grundfähigkeitsversicherung insgesamt also nicht komplett gleichbedeutend mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, kann im Einzelfall aber durchaus eine sinnvolle, kostengünstigere Alternative darstellen.
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Vorerkrankungen
Eine Grundfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus für vorerkrankte Menschen eine gute Lösung darstellen: zum einen kann es eine Möglichkeit bieten, überhaupt Schutz durch eine Versicherung zu erlangen, wenn man aufgrund der Vorerkrankung keinen Vertrag bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt. Zum anderen unterliegt die Versicherung weniger strengen Gesundheitsprüfungen.[21]
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Zusätzlicher Versicherungsschutz
Die Versicherung kann grundsätzlich auch zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden: Dies ist aber nur dann empfehlenswert, wenn bestimmte Fähigkeiten aus speziellen Gründen einen besonders umfassenden Schutz benötigen oder aufgrund bestimmter Umstände besonders anfällig für Schäden und Beeinträchtigungen sind.
Worauf sollte man beim Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung achten?
Insgesamt sollte man eine Grundfähigkeitsversicherung nicht zu voreilig abschließen. Dabei lohnt es sich, sich zu fragen wofür man den Versicherungsschutz genau benötigt und ob die entsprechenden konkreten Fähigkeiten auch im erforderlichen Umfang mitversichert sind. In vielen Fällen kann es auch empfehlenswerter sein die teurere Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, aber dafür im Einzelfall einen umfassenderen Schutz zu genießen.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Grundfähigkeitsversicherung definitiv kein Muss für die Allgemeinheit ist, aber im Einzelfall doch eine gute Möglichkeit darstellen kann, um die individuellen Umstände und Bedürfnisse umfassend abzusichern!
[1] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/grundfaehigkeitsversicherung-alternative-zur-berufsunfaehigkeitsversicherung-106244.
[2] https://www.wuerttembergische.de/existenz/grundfaehigkeitsversicherung/.
[3] https://www.devk.de/produkte/beruf/grundfaehigkeitsversicherung/.
[4] https://www.gdv.de/gdv/service/musterbedingungen.
[5] Vgl. https://www.swisslife.de/content/dam/de/documents/06/15711.pdf.
[6] OLG Köln, Beschluss vom 11.07.2025 – 20 U 163/23.
[7] https://www.swisslife.de/content/dam/de/documents/06/15711.pdf.
[8] https://www.check24.de/grundfaehigkeitsversicherung/.
[9] https://www.vis.bayern.de/geld_versicherungen/leben_beruf_unfall/berufsunfaehigkeitsversicherung.htm.
[10] BGH, 11.12.2024 – IV ZR 498/21.
[11] https://www.verivox.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/themen/grundfaehigkeitsversicherung/.
[12] https://www.bmas.de/DE/Soziales/Gesetzliche-Unfallversicherung/Unfallversicherung-im-Ueberblick/unfallversicherung-im-ueberblick.html.
[13] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/private-unfallversicherung-ueberfluessig-oder-sinnvoll-13888.
[14] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/dreaddiseaseversicherung-eine-alternative-gegen-berufsunfaehigkeit-51428.
[15] https://www.allianz.de/vorsorge/schwere-krankheiten-versicherung/.
[16] https://www.handelsblatt.com/vergleich/dread-disease-versicherung-sinnvoll/.
[17] https://www.verivox.de/versicherungen/themen/multi-risk-versicherung/.
[18] https://www.swisslife.de/pk/versicherungen/berufsunfaehigkeitsversicherung/alternativen.html.
[19] https://www.dieversicherer.de/versicherer/beruf/grundfaehigkeitsversicherung.
[20] https://www.allianz.de/vorsorge/grundfaehigkeitsversicherung/.
[21] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/grundfaehigkeitsversicherung-alternative-zur-berufsunfaehigkeitsversicherung-106244.
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Ein Beitrag von Laura Thrun.
Stand 12.03.2026


